Tauchen in Malaysia

Tauchen in Malaysia

Paradies oder Enttäuschung? Unsere ehrliche Erfahrung

Hallo, schön dass du dich für das Tauchen in Malaysia interessierst!

Wie du vielleicht schon mitbekommen hast, wird Malaysia des Öfteren als „Tauchparadies“ benannt. Wir geben dir hier einen Einblick in die Dive-Sites rund um die östlichen Gebiete von Semporna und einen persönlichen Eindruck über unsere Erfahrungen.

Allgemeine Informationen zu unserer Route, den Kosten und unseren Erfahrungen in Malaysia findest du in unserem ausführlichen Malaysia Reisebericht.

Übersichtskarte Tauchen in Malaysia

Zunächst können wir sagen, dass sich entlang der Promenade von Semporna unglaublich viele Tauchcenter befinden. Da die Region damit quasi eine Art Monopolstellung bildet, fallen auch die Google-Bewertungen entsprechend positiv aus. Viele Gäste werden zudem aktiv dazu motiviert, eine 5-Sterne-Bewertung zu hinterlassen, weshalb wir bei manchen Tauchschulen zunächst etwas skeptisch waren.

Da wir keinen Zeitdruck hatten, haben wir uns einen ganzen Tag Zeit genommen, um verschiedene Tauchcenter persönlich zu besuchen, Informationen einzuholen und Preise zu vergleichen. Genau das würden wir euch ebenfalls empfehlen: Jeder legt schließlich auf unterschiedliche Dinge Wert, und der persönliche Eindruck vor Ort macht am Ende oft den entscheidenden Unterschied. Außerdem hängen die möglichen Dive-Sites immer vom Wetter und natürlich auch von deiner Qualifikation ab.

Sipadan: Das beste Tauchgebiet in Malaysia

Wenn vom „Tauchparadies“ in Semporna gesprochen wird, dreht sich fast alles um die Insel Sipadan. Diese erreicht man nach einer etwa 45–60-minütigen Bootsfahrt südlich von Semporna. Die Dive Site ist deshalb so besonders, weil sie quasi die Spitze eines unterseeischen Vulkans bildet. Dadurch fällt die Steilwand direkt in Tiefwasser von bis zu 600 Metern ab. Die entstehenden Aufwärtsströmungen bringen Plankton an die Oberfläche, was wiederum viele kleine Fische und damit auch zahlreiche Großfische anzieht, darunter Weißspitz Riffhaie, Adlerrochen und teilweise sogar Hammerhaie.

Außerdem lassen sich hier riesige Fischschwärme beobachten, beispielsweise Barrakudas, Makrelen oder Büffelkopf Papageifische. Fast garantiert begegnet man beim Tauchen auch verschiedenen Schildkrötenarten. Doch nicht nur die Tierwelt beeindruckt: Auch die Korallenriffe befinden sich hier in einem außergewöhnlich guten und gesunden Zustand. So traumhaft das alles klingt, gibt es allerdings auch ein paar Dinge zu beachten. Durch die Steilwand entstehen teils deutliche bis starke Strömungen, weshalb eine gute Tarierung und entsprechende Taucherfahrung wichtig sind. Daher ist mindestens eine Advanced Open Water Zertifizierung Voraussetzung, um hier tauchen zu dürfen.

Wichtig zu wissen ist außerdem, dass die Anzahl der Taucher pro Tag streng limitiert ist. Um auf Sipadan tauchen zu können, benötigt man ein Permit, das über eine Tauchschule organisiert wird. Vorrangig werden dabei die Tauchcenter auf den Inseln Sipadan und Mabul mit diesen Permits ausgestattet. Erst im Anschluss erhalten vereinzelt auch Tauchschulen auf dem Festland in Semporna eine Genehmigung. Deshalb solltet ihr euch frühzeitig überlegen, ob ihr direkt auf einer der Inseln in einem Tauchresort übernachten möchtet und damit eine deutlich höhere Chance auf ein Permit habt oder ob ihr auf dem Festland bleibt und lediglich einen Tagesausflug plant, bei dem die Chancen auf ein Permit geringer ausfallen können.

Mabul und Kapalai: Muck Diving in Malaysia

Ebenfalls südlich von Semporna liegen die Inseln Mabul und Kapalai. Dort erwartet dich allerdings eine ganz andere Art des Tauchens als auf Sipadan. Bei diesen Inseln steht vor allem das sogenannte Muck Diving, also Makrotauchen, im Vordergrund. Typisch für solche Dive Sites ist der sandige Untergrund, in dem sich überall kleine Lebensräume verstecken. Dadurch fühlt sich jeder Tauchgang fast wie eine kleine Schnitzeljagd unter Wasser an, bei der man ständig auf der Suche nach besonderen und faszinierenden Lebewesen ist.

Die Strömung ist hier meist kaum bis mäßig vorhanden, wodurch die Tauchgänge deutlich ruhiger und entspannter sind als auf Sipadan. Deshalb eignen sich die Spots auch hervorragend für längere Tauchgänge. Kapalai ist dabei eigentlich keine klassische Insel mehr, sondern vielmehr ein Resort, das komplett auf Stelzen im Wasser gebaut wurde. Das Wasser ist dort besonders klar und die Sicht oft sehr gut, weshalb selbst die Hausriffe direkt unter den Wasserbungalows überraschend viel zu bieten haben.

Wenn du eine Affinität zum Makrotauchen hast, bist du auf Mabul und Kapalai definitiv richtig. Wir selbst haben Makrotauchen bereits in Indonesien ausprobiert und dabei festgestellt, dass das nichts für uns ist. Deshalb haben wir uns hier letztendlich gegen diese Inseln und für Mataking und Timba-Timba entschieden.

Unser Taucherlebnis auf Mataking und Timba-Timba

Wir haben uns schließlich für das Tauchcenter „Borneo Speedy Diver“ entschieden und dort ein Paket mit drei Tauchgängen pro Tag gebucht. Dafür haben wir etwa 25–30 Euro pro Tauchgang gezahlt. Je nach Wunsch kannst du dort aber auch nur zwei Tauchgänge oder verschiedene Tauchscheine buchen.

Der Service war insgesamt in Ordnung, konnte uns aber nicht wirklich überzeugen. Enttäuscht waren wir vor allem von der Ausrüstung, die insgesamt recht in die Jahre gekommen wirkte. Während der Tauchgänge hatte jeder von uns Probleme mit dem Equipment. Von verrutschenden Tauchflaschen bis hin zu Schwierigkeiten mit Atemreglern oder Anschlüssen. Besonders kritisch fanden wir, dass einige dieser Mängel erst unter Wasser auftraten. Zwar wurden einzelne Komponenten von den Dive Guides ausgetauscht, dennoch würden wir uns aus Sicherheitsgründen nicht noch einmal für dieses Tauchcenter entscheiden.

Die Tauchregion rund um Mataking und Timba-Timba liegt nordöstlich von Semporna und ist nach etwa 45–60 Minuten Bootsfahrt erreichbar. Unser erster Tauchgang führte uns zur Dive Site „D-Wall“, einer Steilwand mit Drop-Off, an der wir neben kleineren Fischschwärmen vor allem viele beeindruckend große Schildkröten beobachten konnten.

Danach ging es weiter zu unserem persönlichen Highlight: dem „Garden of Eden“. Hier tauchst du entlang eines sanft abfallenden Riffs mit einem wunderschönen Korallengarten. Und wenn wir von einem Garten sprechen, dann meinen wir wirklich einen Garten: voller bunter, gesunder und unglaublich dichter Korallen. Teilweise wirkten die Korallenfelder wie ein riesiger Teppich. Wirklich faszinierend. Aber denkt immer daran: Do not touch anything!

Die ersten beiden Tauchgänge fanden rund um Mataking statt. Zum Abschluss ging es nach Timba-Timba zur Dive Site „Jalan-Jalan“. Übersetzt bedeutet der Name so viel wie „spazieren gehen“ und genau so hat sich dieser Tauchgang auch angefühlt: entspannt treiben lassen, begleitet von einer leichten Strömung und erneut zahlreichen großen Schildkröten.

Tauchgebiet Mataking Island
Tauchgebiet Timba-Timba
Meeresschildkröte beim Tauchen

Unser Fazit: Lohnt sich Tauchen in Malaysia?

Auch wenn sich das alles zunächst ziemlich gut anhört, waren wir von unserem Tauchausflug insgesamt leider nicht wirklich begeistert. Bis auf den „Garden of Eden“ waren die meisten Korallen stark ausgeblichen und wirkten insgesamt wenig lebendig. Zudem war unter Wasser nur vergleichsweise wenig aktives Fischleben zu sehen, abgesehen von den zahlreichen Schildkröten, die definitiv das Highlight der Tauchgänge waren. Leider war auch die Sicht mit teilweise nur 5–10 Metern und recht trübem Wasser nicht besonders gut. Dadurch wirkte vieles insgesamt etwas weniger beeindruckend, als wir es uns vorgestellt hatten. Und das trotz des eigentlich sehr guten Reisezeitraums zwischen Mitte März und Anfang April. In dieser Zeit befindet sich die Region in der Übergangsphase zwischen der feuchteren Monsunzeit und der stabileren Trockenperiode, also genau zwischen ruhigeren Nebensaison und gut besuchten Hochsaison.

Aus diesen Gründen würden wir persönlich als Open-Water-Diver aktuell nicht noch einmal extra zum Tauchen nach Malaysia reisen. Trotzdem halten wir uns die Möglichkeit offen, Sipadan eines Tages doch noch zu erkunden, wenn wir unseren Advanced Open Water Diver abgeschlossen haben.

Wenn du Malaysia vor allem wegen seiner Tierwelt bereist, solltest du dir auch unseren Beitrag zur Flusssafari auf Borneo ansehen. Dieses Erlebnis hat uns persönlich deutlich mehr begeistert als das Tauchen rund um Semporna.

Unser Tipp: Solltest du einen Tagestrip zum Schnorcheln oder zum Sonnen bevorzugen, wähle ebenfalls Mataking / Timba-Timba. Hier bekommst du im Gegensatz zu Mabul und Kapalai noch richtige Sandstrände und keine Stelzendörfer.

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