Fidschi Reisebericht

Zwischen Inseltraum und Realität

Unsere Fidschi Reise im Überblick

Level

Natur

Abenteuer

Mobilität

Preis/Leistung

Reiseart: Backpacking
Reisezeit: Mitte Februar
Reisedauer: 18 Tage

In diesem Fidschi Reisebericht teilen wir unsere Erfahrungen aus 18 Tagen Backpacking.

Fidschi, ein Land, das schon ganz zu Beginn einen festen Platz auf unserer Weltreise-Bucketlist hatte. Die Vorstellung von türkisblauem Wasser, kleinen Inseln mitten im Pazifik und dem entspannten Lebensgefühl ließ uns schon lange vom anderen Ende der Welt träumen.

Neben der Hauptinsel Viti Levu bereisten wir auch einen Teil der beeindruckenden Yasawa-Inseln. Anders als bei einem klassischen Urlaub waren wir dabei mit dem Backpack unterwegs und organisierten unsere Route selbst. Dadurch konnten wir viele unterschiedliche Eindrücke sammeln und Fidschi auf unsere eigene Art entdecken.

Sonnenuntergang auf den Yasawa inseln

Erwartungen vs. Realität

Wenn du an Fidschi denkst, hast du wahrscheinlich sofort Bilder von Traumstränden, Palmen und türkisblauem Wasser im Kopf. Uns ging es genauso und genau diese Erwartungen wurden landschaftlich auch größtenteils erfüllt, teilweise sogar übertroffen. Egal auf welcher Insel wir unterwegs waren: weißer Sand, glasklares Wasser, Hängematten am Strand und beeindruckende Hausriffe gehörten fast überall dazu. Besonders das warme Meer und die Unterwasserwelt machten Fidschi für uns zu einem echten Naturparadies.

Trotzdem haben wir schnell gemerkt, dass Fidschi nicht immer so paradiesisch ist, wie es auf Bildern wirkt. Da wir möglichst authentisch reisen möchten, übernachten wir meistens in Homestays bei lokalen Familien. So bekommt man deutlich ehrlichere Einblicke in den Alltag vor Ort und reist oft günstiger als mit Hotels oder Resorts.

Natürlich unterscheiden sich die Unterkünfte je nach Land und Region teilweise stark. Manche sind sehr gepflegt und komfortabel, andere deutlich einfacher ausgestattet. Doch die Homestays auf Fidschi waren selbst für uns teilweise sehr gewöhnungsbedürftig. Uns ist dabei wichtig zu betonen, dass das keinesfalls respektlos gegenüber den Locals oder ihrer Lebensweise gemeint ist. Wir haben uns bewusst für diese Art des Reisens entschieden und wussten grundsätzlich, worauf wir uns einlassen.

Trotzdem fiel es uns in einem Homestay besonders schwer, uns an die hygienischen Bedingungen zu gewöhnen (zugegeben, das ist sehr gelinde ausgedrückt). Selbst nach mehreren Tagen hatten wir uns noch nicht wirklich daran angepasst und überlegten zwischenzeitlich sogar, die Unterkunft früher zu verlassen. Rückblickend war das definitiv ein Extrembeispiel und nicht repräsentativ für alle Homestays auf den Inseln. Dennoch sollte man sich bewusst machen, dass Bilder und Bewertungen im Internet nicht immer der Realität entsprechen. Gerade auf kleineren Inseln und in abgelegenen Dörfern können die Lebensstandards deutlich einfacher sein, als man es vielleicht erwartet.

Sidenote: Jedem den wir die Bilder der Unterkunft gezeigt habe, hat sich geekelt und hätte dort niemals übernachtet. Auf diesem Level waren wir hier unterwegs!

Auch die bekannte Gastfreundschaft der Fidschianer haben wir leider anders erlebt als erwartet. Während unserer knapp drei Wochen wurden wir oft eher distanziert behandelt oder sogar komplett ignoriert. Obwohl wir die wichtigsten Wörter zur Verständigung lernten, mehrfach unsere Hilfe in den Homestays anboten und offen auf die Menschen zugingen, hatten wir selten das Gefühl, wirklich willkommen zu sein. 

Stattdessen begegnete uns häufig eher eine „Null-Bock-Einstellung“, bei der viele lieber den ganzen Tag am Handy saßen. Besonders enttäuschend war für uns der Umgang nach dem Diebstahl unserer Schnorchelausrüstung im Wert von über 200 Euro aus einem Homestay. Da dort normalerweise nur wenige Menschen Zugang haben, hätten wir zumindest erwartet, dass die Eigentümer aktiv bei der Suche helfen oder im Dorf nachfragen. Stattdessen kam nahezu keine Reaktion und am Ende wurde uns sogar indirekt die Schuld gegeben, weil wir die Ausrüstung draußen zum Trocknen aufgehängt hatten. Diese Erfahrung hat unseren Eindruck leider zusätzlich negativ beeinflusst.

Erwartungen vs. Realität

Auch wenn unser erster Eindruck von Fidschi eher gemischt war, hat uns das Land in einem anderen Punkt umso mehr begeistert: die Aktivitäten. Von entspannten Ausflügen bis hin zu echten Adrenalin-Abenteuern bietet Fidschi unglaublich viele Möglichkeiten und genau darüber möchten wir dir hier einen kleinen Überblick geben.

Ein großes Highlight war für uns der Tauchschein auf Nacula Island. Während Hannes den Open Water Kurs schon länger auf der Weltreise machen wollte, entschied sich Lisa eher spontan mitzumachen. Im Blue Lagoon Dive Shop konnten wir bereits am nächsten Tag starten und unseren Tauchschein innerhalb kürzester Zeit absolvieren. Aber was denkst du, wie viele Tage wir dafür gebraucht haben?

Auch für erfahrene Taucher hat Fidschi einiges zu bieten. Durch die vielen Inseln und Riffe gibt es unzählige Dive Sites mit einer beeindruckenden Unterwasserwelt. Je nach Jahreszeit kannst du sogar Manta-Rochen sehen. Besonders bekannt ist Fidschi außerdem für Bullshark Dives. Denkst du, wir haben uns getraut?

Ein absolutes Highlight war außerdem das Nachtspeerfischen. Dabei tauchst du nachts nur mit Taschenlampe und Harpune in das komplett dunkle Meer hinaus. Sobald du im schwarzen Wasser nur noch den Lichtkegel deiner Lampe siehst, steigt das Adrenalin sofort an und Hannes kann das definitiv bestätigen.

Natürlich gehört auch Schnorcheln auf Fidschi fast schon zum Pflichtprogramm. Viele Hausriffe lassen sich direkt vom Strand aus erkunden, teilweise werden aber auch Schnorcheltrips mit Haien angeboten. Wer gerne wandert, findet vor allem auf den höher gelegenen Yasawa-Inseln tolle Wanderungen mit beeindruckenden Ausblicken über das Meer und die umliegenden Inselketten.

Die meisten dieser Aktivitäten haben wir auf den Yasawa-Inseln erlebt. Auf der Hauptinsel Viti Levu gibt es dagegen deutlich weniger zu unternehmen. Rund um Nadi können wir dir aber zumindest das Schlammbaden empfehlen, während Pacific Harbour besonders für seine Bullshark Dives bekannt ist.

Neugierig geworden? Dann schau unbedingt in unseren diesem Blogbeitrag vorbei. Dort erzählen wir mehr über das Tauchen, Nachtspeerfischen, Schnorcheln mit Haien und unsere Highlights auf den Yasawa-Inseln.

Das hätten wir gerne vorher gewusst

Essenspakete auf den Yasawa-Inseln

Wie bereits erwähnt, haben wir auf Fidschi überwiegend in Homestays übernachtet. Dabei gibt es einen wichtigen Punkt, den du vor deiner Reise wissen solltest: Auf den Yasawa-Inseln musst du bei den meisten Unterkünften zusätzlich ein Essenspaket buchen. Der Grund ist simpel, denn auf vielen Inseln gibt es weder Restaurants noch Supermärkte oder kleine Shops. Die Einheimischen versorgen sich meist selbst oder bringen Lebensmittel von der Hauptinsel Viti Levu mit.

Deshalb wird fast überall ein festes Verpflegungspaket angeboten und ja: Oft ist das Essen sogar teurer als die Unterkunft selbst. Falls bei deiner Buchung nicht klar beschrieben ist, wie die Verpflegung geregelt wird, solltest du vorher unbedingt nochmal nachfragen. Auf Booking findest du die Infos oft in der Preisauflistung oder bei den häufig gestellten Fragen.

Unterkunft und Essen haben wir meistens direkt vor Ort in bar bezahlt. Generell solltest du genügend Bargeld mit auf die Yasawa-Inseln nehmen, denn Kartenzahlung ist dort eher die Ausnahme und Geldautomaten gibt es keine.

Fährpässe auf den Yasawa-Inseln

Um auf die Yasawa-Inseln zu gelangen, benötigst du eine Fähre. Der bekannteste Anbieter dafür ist South Sea Cruises, über den die meisten Transfers und Buchungen laufen. Dabei gibt es verschiedene Pässe und Ticketmodelle, die sich je nach Anzahl deiner Fahrten, Aufenthaltsdauer und Unterkünften unterscheiden.

Deshalb lohnt es sich, deine Route vorher zumindest grob zu planen. Je nachdem, wie viele Inseln du besuchen möchtest und wie oft du die Unterkunft wechselst, kann sich ein anderer Pass für dich lohnen.

  • Bula Pass: unbegrenzt viele Fährfahrten innerhalb von 5 bis 15 Tagen → ideal für flexibles Inselhopping mit selbst gebuchten Unterkünften
  • Awesome / Yasawa Pass: Kombination aus Fähre und Unterkünften für 5 bis 15 Tage → Unterkünfte können in verschiedenen Kategorien gebucht werden, dafür aber deutlich teurer

Das würden wir das nächste Mal anders machen

Falls du überlegst, neben den Yasawa-Inseln auch die Hauptinsel Viti Levu mit Städten wie Nadi oder Suva zu besuchen, möchten wir dir hier ehrlich unsere persönliche Einschätzung mitgeben. Für uns hat sich der Aufenthalt auf der Hauptinsel insgesamt eher weniger gelohnt. Ein kurzer Stopp für die An- oder Abreise in Nadi reicht aus unserer Sicht vollkommen aus. Dort kannst du beispielsweise noch das bereits erwähnte Schlammbaden ausprobieren, bevor es weiter auf die Inseln geht.

Abgesehen davon konnten uns weder Nadi, Pacific Harbour noch Suva wirklich überzeugen. Zwar ist Pacific Harbour besonders für den Bullshark Dive bekannt, allerdings hast du die Möglichkeit dazu auch auf den Yasawas. Die Märkte unterschieden sich für uns kaum von denen vieler anderer Länder und große Teile der Städte wirkten eher heruntergekommen. Besonders in Suva haben wir die Menschen zudem oft als eher distanziert erlebt.

Natürlich ist das am Ende nur unsere persönliche Erfahrung und jeder nimmt ein Land anders wahr. Für uns lag der eigentliche Reiz von Fidschi eindeutig auf den kleineren Inseln. Deshalb würden wir dir empfehlen, lieber mehr Zeit auf den Yasawa-Inseln einzuplanen, anstatt mehrere Tage auf der Hauptinsel zu verbringen.

Kosten unserer Fidschi Reise

In unsere Kostenaufstellung haben wir sämtliche Ausgaben mit einberechnet. Dazu zählen Unterkünfte, Verpflegung, Transfers zwischen den Inseln, Aktivitäten sowie alle weiteren alltäglichen Kosten während der Reise. Wichtig zu wissen ist dabei, dass wir überwiegend in Homestays und Hostels übernachtet haben und dadurch natürlich deutlich günstiger unterwegs waren, als es mit Hotels oder Resorts der Fall gewesen wäre.

Da der Tauchschein eine eher individuelle Ausgabe ist und nicht für jeden zur Reise dazugehört, haben wir die Kosten zusätzlich aufgeteilt. Für unsere 18 Tage auf Fidschi lagen wir inklusive Tauchschein bei ungefähr 83 Euro pro Person pro Tag. Ohne den Tauchschein kamen wir auf etwa 62 Euro pro Person pro Tag.

Gerade für das klassische Backpacker-Budget fanden wir Fidschi damit trotzdem etwas teuerer als erwartet. Vor allem die Transfers, Essenspakete auf den Inseln und Aktivitäten summieren sich schneller, als man anfangs vielleicht erwartet.

Nacala island: Inselleben

Fidschi Reisebericht: Unser Fazit

Die vergleichsweise hohen Kosten spiegeln sich für uns auch deutlich im Fazit der Reise wider. Wirklich günstig lässt sich Fidschi aus unserer Sicht nur schwer bereisen. Gerade als Low-Budget-Backpacker stößt man hier schnell an Grenzen, da selbst einfache Unterkünfte, Transfers und Verpflegung relativ teuer sind.

Deshalb hatten wir während der Reise öfter das Gefühl, dass sich auf Fidschi der Aufpreis für einen klassischen Urlaub eher lohnt. Statt einfacher Homestays bekommt man in Resorts oder Hotels deutlich mehr Komfort und kann die Inseln wahrscheinlich entspannter genießen. Für uns sind die Fidschi-Inseln deshalb persönlich eher ein Reiseziel für einen komfortablen Urlaub als für klassisches Low-Budget-Backpacking.

Hinzu kommt für uns auch die extrem lange Anreise aus Deutschland. Natürlich sind die Strände und die Unterwasserwelt wunderschön, allerdings bekommt man ähnliche Erlebnisse auch in deutlich näher gelegenen Ländern. Nur für Fidschi allein würden wir persönlich die lange Reisezeit deshalb wahrscheinlich nicht nochmal auf uns nehmen.

Wenn man allerdings ohnehin in der Region unterwegs ist oder Fidschi gut in eine größere Reise durch Ozeanien integrieren kann, lohnt sich ein Abstecher auf die Inseln definitiv eher.

Postkartenmomente

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Fidschi Aktivitäten

Hier findest du einen extra Beitrag zu unseren Aktivitäten auf Fidschi!