Nepal Reisebericht
Zwischen Himalaya, Dschungel und ganz viel Natur
Unsere Nepal Reise im Überblick
Level
Natur
Abenteuer
Mobilität
Preis/Leistung
Reiseart: Backpacking, Trekkingtour
Reisezeit: Juli
Reisedauer: 29 Tage
In diesem Nepal Reisebericht geben wir dir einen allgemeinen Einblick in unsere 29 Tage in Nepal. Neben einigen Tagen in Kathmandu waren wir vor allem in der Natur unterwegs und haben eine 11-tägige Trekkingtour zum Mardi Viewpoint und Annapurna Base Camp gemacht. Außerdem ging es für uns nach Chitwan, wo wir Nepal noch einmal von einer ganz anderen Seite erlebt haben.
Der Beitrag konzentriert sich deshalb vor allem auf unsere Erfahrungen mit der Natur, den Menschen, dem Essen und dem Reisen in Nepal und natürlich auf das Gefühl, das Land zwischen Himalaya, Bergdörfern und Dschungel selbst zu erleben.
Erwartungen vs. Realität
Bevor es für uns nach Nepal ging, hatten wir ein ziemlich klares Bild im Kopf: Wir stellten uns Nepal als einen Ort vor, an dem man zur Ruhe kommt, viel Zeit in der Natur verbringt und von beeindruckenden Bergen umgeben ist.
Wir haben uns erhofft, dem Trubel anderer asiatischer Länder ein Stück weit zu entkommen und in Nepal etwas mehr Ruhe zu finden. Durch die vielen Tempel, Klöster und die buddhistische und hinduistische Kultur verbanden wir Nepal mit einer ganz besonderen spirituellen Atmosphäre. Vor allem die Landschaft und die gewaltigen Berge waren für uns ein großer Grund, nach Nepal zu reisen. Wir freuten uns auf grüne Täler, kleine Bergdörfer und natürlich den Himalaya.
Außerdem hatten wir die Vorstellung, dass die Menschen in Nepal sehr zufrieden und herzlich sind und trotz vielleicht einfacher Lebensbedingungen eine besondere Lebensfreude ausstrahlen.
Und wie war es wirklich?
Nepal hat einige unserer Erwartungen definitiv erfüllt. An anderen Stellen wurden wir aber auch überrascht. Mit der beeindruckenden Natur hatten wir gerechnet, aber Nepal hat uns hier sogar noch mehr geboten als erwartet. Neben den Bergen konnten wir auf Safari Nashörner und mit etwas Glück sogar einen Tiger beobachten. Damit hatten wir vor unserer Reise ehrlich gesagt nicht unbedingt Nepal verbunden.
Auch unsere Vorstellung von Nepal als spirituellem Land hat sich bestätigt. Tempel, Schreine, Gebetsfahnen und religiöse Symbole gehören vielerorts ganz selbstverständlich zum Alltag und geben dem Land eine besondere Atmosphäre.
Ruhe? Nicht überall. Gerade Kathmandu war das komplette Gegenteil von dem, was wir uns unter Ruhe und Entspannung vorgestellt hatten. Der Verkehr ist teilweise absolut krass und dazu kommt ein unfassbarer Smog. Statt idyllischer Bergwelt gab es hier erstmal Hupen, Menschen, Roller und jede Menge Verkehr. Im Vergleich zu anderen asiatischen Ländern bzw. Städten war das hier wirklich noch einmal eine andere Hausnummer!
Genau dieser Kontrast hat Nepal für uns aber auch so besonders gemacht: Auf der einen Seite das chaotische und laute Kathmandu, auf der anderen Seite beeindruckende Natur, Berge und eine ganz andere Ruhe außerhalb der Stadt.
Natur, Locals, Essen
Nepals Natur hat uns vor allem durch ihre unglaubliche Vielseitigkeit beeindruckt. Von saftig grünen Grasbergen und Reisfeldern bis hin zu schnee- und eisbedeckten Gipfeln ist landschaftlich wirklich alles dabei. Was uns dabei besonders beeindruckt hat, ist die Größe der Berge. Auf Bildern wirken sie schon gewaltig, aber davorzustehen und diese Dimensionen selbst zu sehen, ist nochmal etwas komplett anderes. Dazu kommen die extremen Unterschiede zwischen den Jahreszeiten. Je nachdem, ob gerade Regen- oder Wintersaison ist, kann Nepal landschaftlich komplett anders aussehen. Wir waren in der Regenzeit dort und haben dadurch vor allem die unglaublich grünen Landschaften und Reisfelder erlebt.
Allerdings bringt die Regenzeit auch eine ziemlich unangenehme Seite mit sich. Blutegel. Vor allem auf stark bewachsenen und feuchten Wegen gibt es unzählige davon. Durchquert man solche Gebiete, hat man das Gefühl, regelrecht von ihnen aufgefressen zu werden. Sie finden in kürzester Zeit jeden Winkel deines Körpers.
Gerade diese Kombination aus grünen Tälern, Reisfeldern und den gewaltigen Bergen hat Nepal für uns landschaftlich zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Die Menschen in Nepal haben wir durchweg als freundlich und unglaublich hilfsbereit erlebt. Egal, ob im Alltag, unterwegs oder wenn wir einmal nicht weiterwussten, die Menschen waren offen und haben versucht zu helfen. Was uns außerdem extrem aufgefallen ist: Die Nepalesen sind Arbeitstiere, wie wir sie bisher noch nie erlebt haben. Gerade in den Bergen sieht man, welche körperliche Arbeit hier noch selbst geleistet wird. Porter tragen für Touristen riesige und schwere Lasten über die Berge, andere schleppen Steine für den Wegebau oder Baumaterial für Häuser in hohe Lagen. Und das nicht nur in jungen Jahren, selbst ältere Menschen tragen noch unglaubliche Gewichte und legen damit weite Strecken zurück. Das hat uns wirklich beeindruckt.
Überhaupt hatten wir das Gefühl, dass die Menschen in Nepal sehr im Einklang mit der Natur leben. Landwirtschaft, Tiere und die Landschaft spielen im Alltag eine große Rolle und gehören ganz selbstverständlich dazu.
Gleichzeitig ist Nepal stark vom Hinduismus und Buddhismus geprägt. Diese Religionen sind im Alltag überall präsent. Von Tempeln und Schreinen bis hin zu Gebetsfahnen und kleinen Ritualen. Dadurch wirkt das Land auf uns sehr spirituell und gibt Nepal eine ganz besondere Atmosphäre.
Die nepalesische Küche ist eher einfach und deftig. Reis, Linsen, Gemüse und Suppen spielen eine große Rolle und viele Gerichte basieren auf ähnlichen Zutaten. Dadurch empfanden wir die lokale Küche im Vergleich zu anderen Ländern auf unserer Reise nach einiger Zeit als etwas eintönig.
Unsere absoluten Favoriten waren deshalb Momos, Sekuwa und Aloo Paratha. Vor allem die Momos haben es uns angetan, die gefüllten Teigtaschen hätten bei uns definitiv jeden Tag auf dem Teller landen können. Auch das marinierte und gegrillte Fleisch bei den Sekuwa und das mit Kartoffeln gefüllte Aloo Paratha waren richtig lecker.
Wer zwischendurch Lust auf etwas anderes hat, findet vor allem in den touristischeren Orten eine große Auswahl an internationaler Küche. Allerdings sind diese Gerichte deutlich teurer, teilweise sogar übermäßig teuer als das lokale Essen.
Erlebnisse: Zwischen Entdecken und Durchatmen
In Nepal gibt es unglaublich viel zu entdecken und das nicht nur in den Bergen. Ein absolutes Highlight sind natürlich die Wanderungen im Himalaya. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, für welche Route du dich entscheidest: Es gibt Wanderungen für Anfänger genauso wie für erfahrene Bergsteiger. Die Berge selbst sind dabei schon das Erlebnis und jeder Weg bietet wieder andere Landschaften und Ausblicke.
Was wir dabei besonders schön fanden: Auf den Wanderungen kommt man immer wieder durch kleine Bergdörfer und bekommt einen Einblick in das alltägliche Leben abseits der großen Städte. Man lernt die Menschen vor Ort kennen, begegnet herzlichen Locals und sieht, wie das Leben in den Bergen tatsächlich aussieht.
Ein komplett anderes Erlebnis ist ein Ausflug nach Chitwan. Statt schneebedeckter Berge geht es hier in den Dschungel. Auf der Suche nach Tigern, Panzernashörnern, Krokodilen und vielen weiteren Tieren. Für uns war diese Kombination aus Himalaya und Dschungel eine der Besonderheiten Nepals.
Und auch die Religion gehört für uns definitiv zum Entdecken dazu. Nepal ist stark vom Hinduismus und Buddhismus geprägt und diese Verbindung ist im Alltag überall spürbar. Es lohnt sich, sich darauf einzulassen und sich einmal genauer damit zu beschäftigen, warum Religion hier eine so große Bedeutung hat und wie eng sie mit der Natur und dem täglichen Leben verbunden ist.
Unsere Wanderungen in den Bergen waren nicht nur zum Entdecken da. Sie haben uns gleichzeitig die Möglichkeit gegeben, richtig durchzuatmen. Gerade die Ruhe und Weite in den Bergen geben einem die Möglichkeit, einmal runterzukommen und den Kopf frei zu bekommen. Und das Beste: Meist wartet von der Unterkunft aus schon der nächste wunderschöne Blick ins Tal. Angekommen, schnappt man sich ein Buch, macht es sich in einem Sessel gemütlich und verliert sich irgendwann gar nicht mehr im Buch, sondern im Blick auf die Berge und das Tal. Einfach dasitzen, schauen und den Gedanken freien Lauf lassen, genau dafür sollte man sich auf einer Wanderung auch Zeit nehmen.
Gerade diese Mischung aus Bewegung, Natur und bewussten Pausen hat für uns einen großen Teil des Nepal-Erlebnisses ausgemacht.
Wenn du mehr über unsere Wanderung im Himalaya wissen möchtest, findest du hier den extra Bericht dazu.
Fehler, die du vermeiden kannst
Beim Trekking keinen Guide einplanen
Auch wenn wir grundsätzlich keine großen Fans davon sind, einen Guide zu nehmen, würden wir es bei einer Wanderung in Nepal tatsächlich empfehlen. Gerade in den Bergen bringt ein guter Guide nicht nur mehr Sicherheit, sondern kennt auch die Route, die besten Spots und Unterkünfte und kann dir viele interessante Informationen über die Region geben.
Unser Eindruck war außerdem, dass Wanderer mit Guide bei beliebten Routen teilweise bei den Unterkünften bevorzugt werden. Gerade hier kann ein Guide also durchaus einen Unterschied machen.
Mehr zu unserer 11-tägigen Trekkingtour zum Mardi Viewpoint und Annapurna Base Camp, unserer Route, den Kosten und unseren Erfahrungen findest du in unserem separaten Blogbeitrag.
Die Trekkingtour zu knapp planen
Plane für deine Wanderung am besten ein bis zwei Tage mehr ein als ursprünglich gedacht. Beim Wandern geht es für uns nicht darum, möglichst schnell von A nach B zu kommen.
Nimm dir Zeit für die Ausblicke, die Landschaft und die kleinen Eindrücke am Wegesrand. So kannst du die Wanderung entspannter genießen und hast zwischendurch auch Zeit, einfach mal anzukommen und durchzuatmen.
Zu viele Tage für Kathmandu einplanen
Für Kathmandu würden wir persönlich maximal zwei bis drei Tage einplanen und die Stadt eher als Ausgangs- beziehungsweise Transitpunkt für die weitere Reise nutzen.
Gerade im Vergleich zu den Bergen fanden wir Kathmandu sehr laut, chaotisch und durch den starken Verkehr und Smog anstrengend. Für uns lag der eigentliche Reiz Nepals deshalb ganz klar außerhalb der Hauptstadt.
Unterkunftsempfehlungen
In Nepal gibt es super viele preiswertere Unterkünfte, perfekt für Backpacker. Hier haben wir ein paar Empfehlungen für dich, die Lage ist jeweils perfekt und wir waren sehr zufrieden.
Kathmandu
Pokhara
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Kosten
Für 29 Tage Nepal haben wir zu zweit insgesamt 1.892 Euro ausgegeben, also 946 Euro pro Person. Das entspricht 32,65 Euro pro Tag und Person.
Der mit Abstand größte Kostenfaktor waren bei uns die Aktivitäten. Allein unsere 11-tägige Wanderung zum Mardi Viewpoint und Annapurna Base Camp hat 536,08 Euro pro Person gekostet.
Trotz dieser größeren Ausgabe für die Wanderung fanden wir Nepal insgesamt ein ziemlich günstiges Reiseland, vor allem, wenn man bedenkt, wie viel wir in den 29 Tagen erlebt haben.
Nepal Reisebericht: Unser Fazit
Nepal hat uns vor allem durch die Kraft und Ruhe der Berge beeindruckt. Zwischen gewaltigen Gipfeln, kleinen Bergdörfern und herzlichen Menschen bekommt man das Gefühl, einmal komplett aus dem Alltag auszusteigen und einfach durchzuatmen.
Genau diese Mischung aus beeindruckender Natur, besonderen Menschen und der tief verwurzelten Spiritualität macht Nepal für uns zu einem Land, das man nicht einfach nur bereist, sondern wirklich erlebt haben sollte. Wer sich darauf einlässt und den Bergen etwas Zeit gibt, nimmt garantiert mehr mit nach Hause als nur schöne Fotos.
Weitere Nepal Reiseberichte
Nepal Trekkingtour
Hier findest du einen extra Beitrag zu unserer Trekkingtour in Nepal!





